Der Arfelder Hammer 1707 - 1857

Ehemaliges Hammer-Wohnhaus
um 1921


Der Arfelder Hammer war einer von zehn Eisenhämmern in der Grafschaft Sayn-Wittgenstein-Hohenstein im 18. Jahrhundert. Am 20. Februar 1707 erteilte der für seine religiöse Toleranz bekannte Graf Henrich-Albert eine Konzession zur Anlage eines Eisenhammers auf der Gemarkung "Sand" an einen Auswärtigen und sechs Einwohner von Arfeld. Diese sieben wagemutigen Männer erbauten den Hammer als ihr Eigentum auf eigene Kosten.
Ederaufwärts legten sie ein Strauchwehr an und leiteten über einen Hammergraben das Wasser auf oberschlägige Wasserräder zum Antrieb der Hammer- und Blaswellen. Der Graf verlangte nur einen Wasserzins von jährlich 10 Reichstalern, um in seinem übervölkerten Land neue Arbeitsplätze zu schaffen und der Verarmung entgegenzusetzen.
Das Roheisen wurde im Austausch für Holzkohle aus dem Dillenburgischen besorgt. Es wurden vornehmlich Stabeisen für die Nägelherstellung und schwächere Profileisen geschmiedet.
Eine größere Gewinnerwartung erfüllte sich nicht. Oft standen alle Wittgensteiner Hämmer still (im Winter durch zugefrorene Wassergräben und im Sommer wegen zu wenig Wasser).
Durch die immer größer werdende Förderung von Steinkohle im 19. Jahrhundert wurde die Eisengewinnung in anderen Gebieten Begünstigt. Die Wittgensteiner Eisenhämmer wurden vollends unrentabel und stellten ihren Betrieb ein. 1857 wurde der Hammer schließlich auf Abbruch versteigert.
Als letztes Relikt der Arfelder Hammerzeit ist das Wohnhaus am Hammergraben erhalten geblieben.

 


Eisen erwärmen an der Esse

 Schmied beim Arbeiten
am Schwanzhammer


 

Der erste Forstatlas
Alt-Arfeld 1739

 
Die Erbauer des Arfelder Hammer: 
  1. Leopold Hartenroth
    aus Laasphe
  2. Christian Feuring 
    Zimmermann - aus Hanneisers
  3. Knebel (Knöbel) 
    war Arfelder Müller im Stedenhof
  4. Johann Daniel Gelbach
    war gräflicher Förster, wohnhaft in der heutigen Metzgerei Henk - Kassel
  5. Valentin Knebel (Knöbel)
    ist der Erbauer von Veltes-Haus, Valentin war zuvor Müller in Schwarzenau
  6. Matheus Irle (Irlle)
    in Schneiders Haus
  7. Wilhelm Feige (Pheye)
    es findet sich zu dieser Zeit kein Haus mit dem Namen in Arfeld